97 Jahre Marktdaten, dein Portfolio darin.

Ein Backtest beantwortet keine Fragen über die Zukunft. Aber er zeigt, wie Asset-Mischungen, Rebalancing-Strategien und Entnahmeraten in vergangenen Krisen reagiert hätten, mit Monatsdaten bis 1928 und bis zu drei Portfolios parallel.

Wo Backtests ehrlich helfen

Ein Backtest ist keine Prognose. Er ist eine empirische Übung: Wie hätte ein bestimmter Asset-Mix die Krisen der vergangenen 97 Jahre überstanden, von 1929 über 2008 und 2020 bis zu den Zinserhöhungen 2022? Der Rechner simuliert das mit Monatsdaten, bis zu drei Portfolios gleichzeitig, inklusive Sparplan, Rebalancing und Entnahmeplan.

Warum nicht direkt mit ETF-Kursen?

Populäre UCITS-ETFs wie VWCE, EUNL oder SXR8 existieren erst seit 2009 bis 2019. Für aussagekräftige Backtests über mehrere Marktzyklen sind diese Reihen zu kurz. Der Rechner mappt ETF-Ticker auf ihre zugrunde liegenden Total-Return-Indizes: VWCE auf FTSE All-World (ab 2003), EUNL auf MSCI World Total Return EUR (ab 1978). So entstehen historisch saubere Zeitreihen, die die Praxis der Indexnachbildung widerspiegeln.

Was die Simulation berücksichtigt

Abgeltungssteuer (25 % plus Soli), Teilfreistellung (30 % für Aktien-ETFs), Sparerpauschbetrag (1.000 € pro Person) und die Vorabpauschale sind in der Renditerechnung enthalten. TER lässt sich pro Asset eingeben. Nicht modelliert sind Transaktionskosten und Spreads, was bei buy-and-hold-Strategien vertretbar ist, bei häufigem Rebalancing zu leicht optimistischen Werten führt.

Wo Backtests trügen

Backtests haben strukturelle Grenzen. Survivorship Bias (verschwundene Fonds und Indizes werden nicht mitgezählt), regulatorische Brüche, geänderte Steuersysteme und nicht wiederholbare Marktbedingungen verzerren historische Renditen nach oben. Die ehrliche Lesart: Ein Portfolio, das einen 30-Jahres-Backtest mit einer Entnahmerate von 4 % überlebt hat, war historisch robust. Das ist kein Garant für die nächsten 30 Jahre.

Was der Rechner anbietet

Sechs vorkonfigurierte Portfolios als Einstieg: VWCE 100 % (FTSE All-World), das 70/30-Portfolio aus MSCI World und Emerging Markets, S&P 500 100 % (lange US-Indexhistorie), NASDAQ-100 als Technologie-Fokus, der Ray Dalio All Weather (30 % Aktien, 55 % US-Treasuries, 15 % Gold) und der Norwegische Staatsfonds (71 % Aktien, 26 % Anleihen, 3 % Immobilien nach GPFG-Vorbild). Alle sind frei anpassbar. Rebalancing wahlweise monatlich, quartalsweise, jährlich oder gar nicht, mit direktem Effekt auf Rendite und Drawdown.

Häufige Fragen

Mit welchen Daten rechnet der Backtest?

Monatsdaten für den S&P 500 seit 1928, MSCI World Total Return EUR seit 1978, DAX seit 1959 sowie ergänzende Indizes für Anleihen, Emerging Markets und Rohstoffe. ETF-Ticker werden auf ihren zugrunde liegenden Index gemappt (VWCE auf FTSE All-World, EUNL auf MSCI World), damit historisch lange Zeitreihen entstehen.

Warum keine echten ETF-Kurse, sondern Indizes?

Populäre UCITS-ETFs wie VWCE, EUNL oder SXR8 existieren erst seit 2009 bis 2019. Für aussagekräftige Backtests über mehrere Marktzyklen sind diese Reihen zu kurz. Der Rechner verwendet die zugrunde liegenden Total-Return-Indizes und bildet die ETF-typische Indexnachbildung damit historisch sauber ab.

Berücksichtigt der Rechner Steuern und Kosten?

Ja. Abgeltungssteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag), Teilfreistellung (30 % für Aktien-ETFs), Sparerpauschbetrag (1.000 € pro Person) und die Vorabpauschale sind enthalten. Eine pauschale TER lässt sich pro Asset angeben. Transaktionskosten und Spreads sind nicht modelliert.

Wie aussagekräftig ist ein Backtest für die Zukunft?

Begrenzt. Survivorship Bias, regulatorische Brüche und nicht wiederholbare Marktbedingungen verzerren historische Renditen nach oben. Der Backtest beantwortet keine Fragen über die Zukunft, hilft aber zu verstehen, wie Asset-Mischungen, Rebalancing-Strategien und Entnahmeraten in vergangenen Krisen reagiert hätten.

Was ist eine Safe Withdrawal Rate?

Die Safe Withdrawal Rate ist der jährliche Entnahmeanteil, mit dem ein Portfolio historisch jeden 30-Jahres-Zeitraum überlebt hätte. Die klassische 4-Prozent-Regel stammt aus US-Daten ab 1928. Der Rechner prüft, ob das gewählte Portfolio diese Rate unter realen Marktbedingungen ausgehalten hätte, inklusive Inflation und Sequenzrisiko.

Stand 28. Mai 2026. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen. Backtests können durch Survivorship Bias, nicht replizierbare Marktbedingungen und fehlende Transaktionskosten Ergebnisse beschönigen. Der Rechner dient der Bildung und Analyse, nicht als Anlageberatung. Quellen: Robert Shiller (Yale, S&P-500-Reihe), Kenneth French Data Library, MSCI, Bundesbank.