Max Drawdown
Was ist max drawdown?
Der worst-case Verlust vom Höchststand zum Tiefststand
Der Max Drawdown ist der größte Verlust von einem Höchststand zu einem Tiefststand in einem bestimmten Zeitraum. Er ist relevanter als Volatilität, weil er die psychologisch entscheidende Frage beantwortet:
“Wie viel hätte ich maximal verloren, wenn ich zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt eingestiegen wäre?”
- Für Anleger in der Ansparphase: Drawdown ist eine Bewährungsprobe
- Für Anleger in der Entnahmephase: Drawdown ist existenzbedrohend
Ein historisches Beispiel
Der MSCI World verlor von 2007 bis 2009 ca. 54 %:
- Wer am Höchststand 100.000 € hatte
- Hatte zwischenzeitlich 46.000 €
- Das ist der Max Drawdown dieser Periode
Wichtig: Er sagt nichts darüber aus, ob und wann sich der Markt erholt. Der MSCI World hat sich bis 2013 vollständig erholt, aber wer in der Tiefe verkauft hat, hat den Verlust realisiert.
Max Drawdown: Der größte prozentuale Rückgang von einem Höchststand bis zum darauffolgenden Tiefstand.
Psychologische Herausforderung: Ein 50% Drawdown erfordert 100% Gewinn zum Ausgleich. Psychologische Belastbarkeit > mathematische Erwartung.
Drawdown vs. Volatilität: Ein großer Unterschied
| Metrik | Was es misst | Aussagekraft |
|---|---|---|
| Volatilität | Durchschnittliche Schwankungen | Symmetrisch (oben = unten) |
| Max Drawdown | Worst-case Verlust | Asymmetrisch (nur Verluste) |
Ein Tagesgeldkonto:
- Volatilität: 0 %
- Max Drawdown: 0 %
- Rendite: 2 %
Ein Aktienfonds:
- Volatilität: 15 %
- Max Drawdown: 50 %
- Rendite: 8 %
Welcher ist für einen 30-jährigen Anleger besser? Die höhere Volatilität des Aktienfonds ist über 35 Jahre unwichtig, der Zweck ist Rendite, nicht Stabilität, aber der Max Drawdown ist psychologisch entscheidend.
Die echte Risikobereitschaft ist persönlich
Viele Banken geben Fragebögen: “Wie viel Risiko können Sie tragen?” Die ehrlichere Frage ist:
“Wie viel Max Drawdown können Sie aushalten, ohne zu verkaufen?”
Wer sagt “Ich kann 50 % Verlust tragen”, und dann verkauft bei −30 %, hatte eine falsche Selbsteinschätzung.
Wer weiß, dass er “in der Tiefe nicht verkaufen würde”, kann beruhigt investieren.
Δ-Moment: Inversen Leverage zum Selbstschutz nutzen
Wer Max Drawdown versteht, investiert nur so viel in Aktien, wie er auch bei −50 % nicht verkaufen würde.
Das ist die echte Risikobereitschaft, nicht die Antwort auf den Fragebogen bei der Bank.