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bAV vs. ETF-Sparplan

Bav oder etf sparplan was ist besser?

Steuern heute vs. Steuern morgen

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) spart heute Steuern und Sozialabgaben. dafür werden Renten-Auszahlungen im Alter voll besteuert.

Ein ETF-Sparplan spart keine Steuern während der Einzahlung. Gewinne werden aber mit nur 18,5 % (Abgeltungsteuer nach Teilfreistellung auf Aktien-ETFs) besteuert.

Welches Instrument vorteilhafter ist, hängt fast ausschließlich von EINEM Parameter ab:

Ist dein Steuersatz im Ruhestand höher oder niedriger als heute?

Ein konkretes Zahlenbeispiel

Du bist 35 Jahre alt, Grenzsteuersatz 35 %, sparst 200 €/Monat über 30 Jahre

bAV-Szenario

  • Beitrag brutto: 200 €
  • Kosten netto: nur ~115 € (Steuer- und SV-Ersparnis)
  • Nach 30 Jahren mit 5 % Rendite: ca. 135.000 €
  • Im Alter (67) mit Rentner-Steuersatz 18 %): 110.700 € netto

ETF-Sparplan-Szenario

  • Beitrag netto: 200 €
  • Nach 30 Jahren mit 5 % Rendite: ca. 165.000 €
  • Nach Steuern (18,5 % auf Gewinne): ca. 155.800 € netto

Wer ist vorn? Wenn dein Renten-Steuersatz unter ~20 % liegt, hat bAV fast immer gewonnen.

Wenn du im Alter ähnlich viel verdienst wie heute → Vorteil nivelliert sich.

bAV netto

Nach Steuern + Kosten

ETF-Sparplan

18,5 % Teilfreistellung

Differenz

Kosten sind entscheidend: Viele Direktversicherungen kosten 1–2 % p.a. — das frisst den AG-Zuschuss oft auf.

ETF-Vorteil: Volle Flexibilität, 18,5 % Teilfreistellung, günstige Kosten (<0,2 % p.a.).

Faustregel: Lohnt sich wenn AG freiwillig >25 % zuschießt oder dein Steuersatz im Alter deutlich sinkt.

Der Arbeitgeberzuschuss: Rechenaufgabe, nicht Geschenk

Seit 2019 muss der Arbeitgeber mindestens 15 % Zuschuss zahlen.

Das klingt nach kostenlosem Geld, aber die Realität ist differenzierter:

Das Kostenproblem der bAV:

Die meisten Direktversicherungen laufen über Versicherungsgesellschaften mit erheblichen Kosten:

  • Abschlusskosten: 2,5–4 % der Beitragssumme (über 5 Jahre verteilt)
  • Verwaltungskosten: 0,5–1,5 % p.a, auf das Kapital
  • Effektiver Renditeverlust: 1–2 % p.a, gegenüber einem günstigen ETF

Das bedeutet in der Praxis: Selbst bei 15 % AG-Zuschuss kann ein kostengünstiger ETF-Sparplan nach 30 Jahren besser abschneiden, weil die jährlichen Kostenunterschiede den Einmalvorteil langfristig überkompensieren.

Faustregel: Der AG-Zuschuss lohnt sich fast immer, aber wenn dein Arbeitgeber freiwillig mehr als 25–30 % zuschießt, kippt die Rechnung deutlich zu Gunsten der bAV, trotz Kosten.

Formen im Vergleich:

  • Direktversicherung (häufigste Form): Oft hohe Kosten, geringe Flexibilität
  • Pensionskasse: Meist niedriger Kosten
  • Pensionsfonds: Höchste Flexibilität, oft beste Konditionen

Das Insolvenzrisiko

bAV im Insolvenzfall des Arbeitgebers ist über den PSVaG (Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit) geschützt, aber nicht alle bAV-Formen gleichermaßen:

  • Direktversicherung: Vollständig geschützt
  • Pensionskasse: Meist geschützt
  • Pensionsfonds: Auch geschützt

Das beruhigt, aber ist praktisch selten ein Entscheidungsfaktor.

Δ-Moment: Die ehrliche Rechnung

Wer bAV und ETF-Sparplan vergleicht, braucht drei Zahlen:

  1. AG-Zuschuss in %, unter 15 % ist Pflicht, über 25 % ist attraktiv
  2. Konkrete Produktkosten. lass dir die Effektivkostenquote zeigen (steht im Produktinformationsblatt)
  3. Break-Even-Steuersatz, bei welchem Renten-Steuersatz ist bAV = ETF?

Die unbequeme Wahrheit: Bei vielen Standardverträgen mit 15 % AG-Zuschuss und hohen Produktkosten ist der ETF-Sparplan die bessere Wahl. Die bAV lohnt sich erst deutlich, wenn der Arbeitgeber freiwillig mehr als die Pflicht-15 % zuschießt, oder wenn du heute in einem sehr hohen Steuersatz bist und im Alter deutlich weniger verdienen wirst.